Im Herbst 2024 wurde auf Initiative der Grünen Fraktion im Stadtrat gemeinsam mit der CDU Fraktion ein Antrag eingebracht, das Mahnmal zur Erinnerung an die Vertreibung jüdischer Bürger/innen aus Edenkoben am Rathaus mit einer Hinweistafel zu versehen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Fraktionsübergreifend beteiligten sich mehrere Ratsmitglieder an der Textgestaltung. Mittlerweile wurde am 22.10.2025 die Hinweistafel in Anwesenheit der Künstlerin Helga Sauvageot am Rathaus angebracht.
Passend zu der Initiative des Rates wurde im Heimatmuseum die Wanderausstellung Gurs 1940 – Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden Gurs durchgeführt.
Auch auf Anregung von Bürgern wurde ergänzend zur Initiative des Rates das Projekt Stolpersteine und die Pflege des jüdischen Friedhofs gestartet.
Wie wichtig die Initiative der Grünen war, kann man daran ermessen, dass z. B. die Zeittafeln zur Geschichte Edenkobens bis jetzt immer noch im Jahr 1936 enden. Die Umgestaltung des Museums wird dies zeitnah ändern.
Erfreulich bei dem Projekt Stolpersteine und Pflege des jüdischen Friedhofs in Edenkoben ist, dass sich Schülerinnen von Realschule, Gymnasium und Jugendliche des Jugendzentrums aktiv beteiligten. Beim öffentlichen Start der Stolpersteinverlegung am 23.6.2026 halfen die Schüler/innen dem nach einem passenden Wort suchenden Landrat treffend aus. Sie gaben ihm das Wort „Bagatellisierung“. Es geht angesichts aktueller bedenklicher Strömungen in der Gesellschaft ganz ernsthaft darum, sich jeder Bagatellisierung der Vergangenheit mutig entgegenzustellen. Die Greueltaten des nationalsozialistischen Regimes sind eben kein Vogelschiss der Geschichte, wie der ehemalige AFD Vorsitzende Alexander Gauland die Greueltaten des Holocaust verharmloste.