Die Brücken in der Hartgewanne in Edenkoben sind renovierungsbedürftig. Die Grüne Fraktion hat mehrmals auf den Zustand der Brücken hingewiesen. Jetzt hat der Rat 2025 die Sanierung beschlossen.
Statt mit heimischen Hölzern wurde eine vielfach teure Sanierung mit verzinktem Stahl beschlossen. Mittlerweile (Sachstand Ende 2025) wird die Sanierung, nach gerade noch zulässiger Überschreitung des Angebotes, fast dreimal so viel kosten wie mit heimischen klimastabilen Hölzern.
Chance verpasst und Geld verprasst.
Hier ein Leserbrief für den Boulevard Edenkoben dazu:
Helmut Schwehm Bahnhofstraße 148 67480 Edenkoben fon 06323 3325 fax 06323 70 40 195 mobil 0171 97 34 968 mail schwehm-hehe@t-online.de
Leserbrief für Boulevard Edenkoben
Brücken in die Zukunft – Chance verpasst
In der Hartgewanne in Edenkoben müssen an sechs Brücken die Schrammborde und Geländer erneuert werden. Das ist gut so. Die Brücken sind mindestens 20 Jahre alt, wenn nicht noch älter. Technisch sind die Massivteile in gutem bis sehr gutem Zustand. Geländer und Anfahrschutz sind aber seit einigen Jahren renovierungs- bzw. erneuerungsbedürftig. Das ist altersbedingt.
Nun hat der Stadtrat die Sanierung der Geländer und Schrammborde/Anfahrschutz beschlossen.
Geländer und Schrammborde hätten für 34.000 € mit witterungsbeständigem Holz und in konstruktiver Holzbauweise angefertigt werden können mit einer geschätzten Haltbarkeit von 25 Jahren.
Der Stadtrat hat aber mit großer Mehrheit beschlossen, Geländer und Anfahrschutz für rund 75.000 € mit Betonschrammborden und Stahlgeländern zu erneuern.
Geschätzte Haltbarkeit bei geringem Pflegeaufwand deutlich länger als 25 Jahre. Aus rein wirtschaftlicher Sicht kann man die Entscheidung nachvollziehen.
Man kann es aber auch anders sehen. Stahl und Beton sind keine nachhaltigen Materialien. Man sollte diese Materialien da verwenden, wo es unbedingt notwendig ist. Das ist hier nicht der Fall. Hinzukommt: Reparaturen sind bei diesen Materialien wesentlich aufwendiger und teurer als bei konstruktiver Holzbauweise. Verkehrsbedingte Schäden kommen auch auf Wirtschaftswegen vor und häufig sind die Verursacher nicht ausfindig zu machen. Man kann Schäden dann nur bedingt über die Haftpflicht Dritter abwickeln. Die Stadt muss es also richten. Man kommt auch nicht ohne Pflege aus. Schäden an den verzinkten Stahlteilen müssen zeitnah entdeckt und repariert werden, da sich sonst Rost einfrisst. Ebenso müssen Schäden an Betonschrammborden zeitnah ausgebessert werden, weil sonst der Anfahrschutz bröckelt. Holz reagiert da elastischer.
Für den Tourismus sind Stahl und Beton die falschen Signale. Unsere Region sollte sich zu Nachhaltigkeit bekennen und demonstrativ zeigen, was man mit klimastabilem Holz und konstruktiver Holzbauweise machen kann.
Nicht zu vergessen: Für den Preis der Stahl-Betonkonstruktion kann man Geländer und Schrammborde zweimal mit Holz sanieren.
Der Edenkobener Rat hat sich in der letzten Ratsperiode zur Klimaneutralität bis 2035 bekannt. Mit nachhaltigen Baumaterialien bei der Sanierung der Brücken hätte der Rat dafür ein kleines Zeichen setzen können. Chance verpasst.
Edenkoben, den 1.4.2025
Helmut Schwehm