Der Ortsverband Bündnis90/Die Grünen lud am 20.11. in den Wappensaal ein.
Andrea Klein als Architektin und Energieberaterin referierte über das Thema „Sanierung von Wohngebäuden: Energieeinsparung und Förderprogramme“. Ausführlich zeigte sie die verschiedenen Möglichkeiten von energetischen Sanierungen auf.

Bereits beim Kauf einer Immobilie sollte der Energiebedarf eine Rolle spielen. Hierzu gibt der Energieausweis einen ersten Überblick und zeigt auf, ob mit hohem Energiebedarf zu rechnen ist. Sie erläuterte den Unterschied zwischen einem Bedarfsausweis, bei dem die Energie über die energetische Qualität der Gebäudehülle und der Heizung errechnet wird und dem Verbrauchsausweis, der abhängig von den Bewohnern und deren Nutzerverhalten lediglich den tatsächlichen Verbrauch aufzeigt.
Die Architektin Andrea Klein führte aus, welche Nachrüstverpflichtungen der Staat bei Eigentümerwechsel vorsieht, z. B. Dämmung der Decke zum Speicher oder Dämmung der Leitungen im Heizungskeller.
Von den 7.200 Wohngebäuden der Verbandsgemeinde sind ca. 4200 Gebäude vor 1980 gebaut, fast 40% aller Zentralheizungen in der VG sind älter als 20 Jahre. Hier gibt es jede Menge Potential, um den Energieverbrauch zu senken und damit Heizkosten zu sparen.
Dabei weist Andrea Klein darauf hin, dass energetische Sanierungsmaßnahmen am besten mit anderen Baumaßnahmen gekoppelt werden, damit sich Kosten reduzieren.
Ein Energieberater sollte bereits vor der Planungsphase eingeschaltet werden, um Einsparpotential zu erkennen. Oft helfen auch Thermographieaufnahmen, die punktuelle Leckagen sichtbar machen.
Auf Antrag kann sich der Bauherr einen Individuellen Sanierungsplan mit 50% fördern lassen. Dieser beinhaltet auf das Gebäude abgestimmte Sanierungsvorschläge und dient als erster wegweisender Schritt, wie aus einem alten Gebäude zu einem modernen Haus mit niedrigem Energieverbrauch werden kann.
Es gibt verschiedene Arten der Förderung. Das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (BAFA) fördert durch einen Investitionszuschuss. Sanierungsmaßnahmen können auch über mehrere Jahre gestreckt werden, sodass in Teilabschnitten die Förderhöchstbeträge beantragt werden können.
Die KfW vergibt einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss, der die Laufzeit des Kredits verkürzt, wenn aus der alten Immobilie ein Effizienzhaus entsteht. Die Förderungen erhöhen sich, wenn ein Individuellen Sanierungsplan vorliegt.
Die Architektin zeigte Beispiele von sanierten Gebäuden, deren Energiekosten durch Dämmung und neue Heizung drastisch gesenkt und gleichzeitig die Investitionskosten durch verschiedene Förderprogramme reduziert werden konnten.
Der Austausch der Heizung wird vom Staat großzügig gefördert, wenn sie mit regenerativen Energien betrieben wird. Hierzu zählen Wärmepumpen aber auch Holzheizungen. Die Förderung beträgt 30% und kann sich auf bis zu 70% erhöhen.
Die Heizung soll zukünftig mit einem steigenden Anteil regenerativer Energien betrieben werden, wobei herkömmliche Gas- und Ölheizungen weiter betrieben oder repariert werden können.
Zum Schluss ging sie noch auf den Bericht zur kommunalen Wärmeplanung der Verbandsgemeinde ein, der auf der Homepage der VG veröffentlicht ist.
Bei der anschließenden Diskussion wurden von der Energieberaterin individuelle Fragen der Besucher ausführlich beantwortet.